Der Weg ist das Ziel?! đŸ€” NEIN! Wie du herausfindest, was du wirklich willst.

 

 

 

was will ich wirklich - wie du herausfindest was du wirklich willst - und warum der weg nicht das ziel ist - dr martin krengel

Der Weg ist das Ziel!

… das ist eine viel zitierte Lebensweisheit, die angeblich von Konfuzius stammt. Dieses kurze Zitat wird mit anderen MotivationssprĂŒchen durch die sozialen Medien geschupst.

 

Der Weg ist das Ziel - schöner Motivationsspruch von Konfuzius ĂŒber Erfolg im Leben zur Motivation ein kurzes Zitat und Lebensweisheit - Dr Martin Krengel

 

Doch stimmt das wirklich? Ist der Weg wirklich DEIN Ziel?

Ich glaube NEIN! Du willst doch angekommen!

Diese quÀlende Suche nach dem

 

… all diese ach zu hĂ€ufigen Fragen zur Selbstfindung nagen an deinem Selbstbewusstsein.

 

 

Ich erzĂ€hle dir hier eine persönliche Geschichte ĂŒber einen Prozess meiner Selbstfindung – ein Moment in dem ich einmal ziemlich in einer Sackgasse feststeckte und merkte „Mein Ziel ist im Weg!

 

 

 

Die anderen haben auch keinen Plan“

 

 

Mit dem Kopf durch die Wand?

Es gibt hunderte Übungen und RatschlĂ€ge, um herauszufinden, was wir wollen. Aber nichts davon kann dir letztlich endgĂŒltige Klarheit verschaffen. Vielmehr ist es ein Prozess – begleitet von einigen Erkenntnissen, die du aber kaum durch BĂŒcher generieren kannst. Oft liegen diese Aha-Erlebnisse auf dem Weg – und um diese zu sehen, sind die ach so gefĂŒrchteten Niederlagen, Fehler/Fehlannahmen und vermeintliches Scheitern irre hilfreich.

Um diese Gedanken zu konkretisieren, erzĂ€hle ich dir eine lĂ€ngere Geschichte. Sie stammt aus meiner Studentenzeit, aber die Erkenntnisse daraus lassen sich auf andere Entscheidungen in jeder Lebensphase ĂŒbertragen.

Halt dich gut fest:

Wir beamen uns ein paar Jahre zurĂŒck ins wunder-naja-bare Ruhrgebiet, in dem ich mein Studium begonnen hatte 


Ich war im dritten Semester und machte mir Gedanken ĂŒber ein Auslandsjahr / Auslandsstudium.

Damals schon war es an meiner Uni fast „Pflicht“, Auslandserfahrung zu sammeln. Wie fast alle anderen wollte ich dabei unbedingt in die USA (die USA galten damals als Land mit den weltweit besten FakultĂ€ten). Damit wollte ich meinen Lebenslauf aufmöbeln und natĂŒrlich eine Top-Ausbildung erhalten.

Und eine richtige, große Stadt schwebte mir vor, denn meine deutsche Uni lag in einem ollen Gewerbegebiet im strukturbrĂŒchigen Ruhrgebiet (in Witten), das nicht gerade fĂŒr seine Schönheit und LebensqualitĂ€t bekannt ist. Ich wollte unbedingt dahin, wo was los war. Meine Uni und mein Studienort waren so klein, dass wir nicht einmal eine Disco hatten. Nun wollte ich endlich das coole Studentenleben, das ich mir immer ertrĂ€umt hatte.

Ich wollte – typisch Martin – alles auf einmal: eine coole Stadt mit coolem Studentenleben, tollem Wetter, und die Uni sollte natĂŒrlich – wennschon, dennschon – eine ausgezeichnete Reputation haben. Und so beschrĂ€nkte sich meine Auswahl auf gerade mal fĂŒnf kalifornische (!) Unis.

Laut dem Ratgeber-Einmaleins habe ich alles richtig gemacht: Ich hatte HOHE AnsprĂŒche und klare Ziele. Also musste der Erfolg garantiert sein, wenn ich nur fest daran glaubte und alles dafĂŒr gab, mein Ziel zu erreichen.

Der Haken: Schlaumeier Martin hatte die einmalig-grandiose Idee, die jÀhrlich 10.000 andere Studenten auch hatten!

Es war ein harter Kampf.

Er fing an meiner Uni an: Es gab bei uns keine Partnerunis. Und die Auslandskoordinatorin, die uns bei der individuellen Suche helfen sollte, hasste Kalifornien. Na, bestens! Sie versuchte alles, um es mir auszureden.

An den Ziel-Unis gab es auch keine Jahres-Gaststudien-Programme, ich musste mich mit Tausenden anderen Bewerbern messen. Da die USA Quoten fĂŒr verschiedene Ethnien haben und ich weiß, ohne Behinderung und nicht schwul bin, standen meine Chancen im Promillebereich.  

Ich versuchte es ĂŒber ein Sportstipendium, telefonierte mit Coaches. Obwohl ich ein guter Turner war, war mein sportliches Leistungsniveau im Vergleich zu den Anforderungen Ă€hnlich weit weg wie die Fitness von Cindy aus Marzahn zu der von Franziska von Almsick. BĂ€m! Auch diese TĂŒr war zu.

Ich bewarb mich um eins der begehrten Fulbright-Top-Stipendien, wurde, welch GlĂŒck, zum GesprĂ€ch eingeladen. Zwei Wochen lang bereitete ich mich auf das GesprĂ€ch vor – und versagte klĂ€glich! Die Kommission legte mir nahe, „erst mal ordentlich Englisch zu lernen“. Wie bitte? Um ordentlich Englisch zu lernen, wollte ich doch gerade in die USA!

Noch ein Stein auf meinem Weg. 🗿

Ich kĂ€mpfte hartnĂ€ckig. Verbittert. Es musste doch möglich sein, schließlich haben andere es auch geschafft! Das dachte ich mir, ohne tatsĂ€chlich jemanden zu kennen, der es geschafft hatte. Ich verbrachte quasi meine ganze Freizeit meines dritten Semesters damit, dieses blöde Auslandsstudium zu organisieren. Aber es wollte sich einfach nicht organisieren lassen.

Es war ein enormer Kraftakt. Ich ruderte und ackerte. Doch es war, als wĂŒrde ich verzweifelt am Rande des Golfstroms paddeln, der mich immer wieder weg von meinem persönlichen amerikanischen Traum trieb. De facto war der ganze Stress eher ein amerikanisches Trauma fĂŒr mich.

Irgendwann erschlaffte meine Kraft. Ich war mit meinem Amerikanisch am Ende, bevor ich damit anfangen durfte. Die Zeit wurde knapper und ich hatte alle sichtbaren Wege ausgereizt.

„Du kannst alles erreichen, wenn du nur fest daran glaubst!“, sagt die Motivationsliteratur. Denkste. Du kannst noch so sehr fĂŒr dein Ziel kĂ€mpfen, aber das Ziel muss dich auch wollen. Und es wollte mich nicht.

Also zurĂŒck auf Los!

Neu denken.

 

mit neugier-mut-reflexion ans Ziel - schoenes kurzes Zitat von Dr Martin Krengel aus dem Motivationsratgeber Dein Ziel ist im Weg

 

 

Umdenken

Ich setzte mich eines Morgens auf mein Mountainbike und fuhr ins hĂŒgelige „Muttental“ – dort, wo der Bergbau im Ruhrgebiet einstmals begonnen hatte, ist eine sehr schnuckelige grĂŒne HĂŒgellandschaft gewachsen. Ich blickte auf das Tal mit seinen großen Stahlwerken, ich sah die Dampfwolken am Horizont.

Und auch in meinem Kopf zogen die Gedankenwolken vorbei.
Was will ich eigentlich? 🧐

Ich ĂŒberlegte und rekapitulierte meine Grundannahmen und meine Auswahlkriterien fĂŒr den Studienort:

1. Ich wollte richtig gut Englisch lernen.

2. Ich wollte eine renommierte Uni. 

3. Ich wollte eine coole Stadt und feiern.

Ich war kaputt vom Bergauffahren. Mein Kopf war mĂŒde, die Gedanken wurden trĂ€ger, dafĂŒr ging aber mein Herz auf. Wenn du mĂŒde und entspannt bist, ist der Zugang zu deinem ganzheitlich-intuitiven Denken grĂ¶ĂŸer, und deshalb hat man oft die besten Ideen beim Spazierengehen oder unter der Dusche – oder eben nach dem Mountainbiken.

Ich merkte, dass mir der dritte Punkt – „coole Stadt“ und „feiern“ – eigentlich der wichtigste war. Und wenn ich ganz ehrlich bin, stand dahinter auch ganz groß der Wunsch nach einer Freundin. Eine solche vermisste ich am meisten. (Eine MitleidstrĂ€ne, bitte!)

Mir wurde klar, dass mir eine gute Bildung wichtiger war als die Reputation der Uni. Ich wollte etwas lernen. Eines meiner wichtigsten Lebensziele war damals „die Welt zu verstehen“ und nicht, mit einem Lebenslauf zu glĂ€nzen.

Was hieß das jetzt aber? – Kein Plan!

Ich saß da.

Und saß.

Ich schaute dumpf in die Gegend.

Dann kam es mir plötzlich:

„Ich will in die Schweiz!“

Wie bitte?

Ja! Ich will nach St. Gallen!

 

 

Ein wunder Punkt im Leben

Um diese Schlussfolgerung verstĂ€ndlich zu machen, mĂŒssen wir zwei weitere Jahre zurĂŒckgehen 


WĂ€hrend meiner Abizeit hatte ich mit Interesse von einer „großartigen Uni“ in der Schweiz gehört. Zudem war ich ein ambitionierter Kunstturner und traf zufĂ€llig bei einem Wettkampf das St. Galler Turnteam. Das war eine tolle Truppe, von der ich viel lernen konnte!

Neugierig fuhr ich also wĂ€hrend meiner Abizeit nach St. Gallen, um auf TuchfĂŒhlung zu gehen, ob das etwas fĂŒr mich wĂ€re.

Ich war ein hoffnungslos romantischer TrĂ€umer, und als ich in diese sĂŒĂŸe Stadt mit ihren Erkern und kleinen Dachgewölben hineinfuhr, verliebte ich mich sofort in sie. Alles sah so vertrĂ€umt aus: diese mittelalterlichen Gassen, eingebettet in weiße Berge, in der Ferne leuchtete der Bodensee in himmlischem Blau. Ich fand mich in einer sehr gut ausgestatteten Uni wieder, die nichts mit dem lieblosen Massenbetrieb gemein hatte, wie ich ihn schon an deutschen Unis besichtigen durfte.

Ich spĂŒrte es deutlich:

Das ist es! Das will ich. Ich will hier studieren! đŸ€“

Entsprechend fieberhaft bereitete ich mich damals volle drei Monate intensiv auf die anspruchsvolle AufnahmeprĂŒfung vor.

Drei Monate, acht bis zehn Stunden am Tag bĂŒffelte ich Volkswirtschaftslehre fĂŒr den Test und belas mich 360° in allem Möglichen, um mich auf das geforderte gesellschaftspolitische Essay vorzubereiten.

Dann fuhr ich extra fĂŒr die PrĂŒfung wieder in die Schweiz.

Ich war top vorbereitet und brachte alles zu Papier, was ich zu Papier bringen konnte.

Hier und da hatte ich meine Unsicherheiten. Einige Aufgaben waren richtig fies. Manche der anderen PrĂŒflinge hatten bereits Wirtschaft in der Schule gehabt oder waren in einer Unternehmerfamilie aufgewachsen, sodass ihnen die PrĂŒfung anscheinend leicht von der Hand ging.

Dennoch war ich zuversichtlich, dass ich meinem Traum nun zum Greifen nah war.

Ein paar fieberhaft-nervöse Tage spĂ€ter 



 kam die Post.

Ich sehe den Umschlag mit dem Testresultat noch deutlich vor mir auf der Treppe liegen:

Es war ein kleiner Brief.

Oha! Das hieß nichts Gutes – in einem großen Umschlag wĂ€ren die Formulare zur Einschreibung drin gewesen. Ich öffnete das Kuvert und sehe dieses Bild noch ganz klar vor Augen:

Ich war Platz 91 – von ca. 450 Bewerbern.

Das unschöne Detail: Es wurden nur 90 Leute genommen, ich hatte mein Ziel um 0,5 Prozent verfehlt! Mir wurde etwas schummerig vor Augen. Ich rief in der Schweiz an, nein, es gebe keine Warteliste oder NachrĂŒckverfahren. Wenn 10 Leute auf der Liste das Studium nicht antreten, sind es eben nur 80 Leute, die dort anfangen dĂŒrfen.

Das war hart!

Ich hatte zum GlĂŒck einen Plan B, eine kleine Uni im Ruhrgebiet, die damals eine der Top 4 Wirtschaftsunis in Deutschland war. Auch dort gab es ein hartes Auswahlverfahren, das ich zu meiner Verwunderung aber bestand.

Doch ich war im ersten Jahr geknickt und depressiv. An der Uni hier war nichts los, alle laberten nur ĂŒbers Studium und Karriere, ich wollte aber ĂŒber Musik, Partys und ĂŒbers Turnen reden.

Der um 0,5 Prozent verpasste Traum – es war mein erster wirklich großer Traum im Leben – blieb tatsĂ€chlich die ganze Zeit ein wunder Punkt. Ich war immer schon sehr unentschlossen und wusste nie, was ich wirklich wollte. Dieses eine Mal hatte ich es genau gewusst! Ich hatte hart dafĂŒr gekĂ€mpft. Und verloren.

Nun saß ich hier auf meinem HĂŒgel in der Stadt, die nur meine B-Wahl war. Ich wollte weg hier! Jetzt sah ich meine zweite Chance, meinen alten Traum doch noch zu erfĂŒllen – zum Teil jedenfalls.

Es war mehr als eine Wiedergutmachung. Es war das, was ich wirklich wollte. Was ich immer noch wollte! Ich fand die Vorstellung, in der Schweiz zu studieren, einfach zu schön! Ich liebte die Berge, ich liebte die Schweiz, und ich fand diese Uni toll.

Warum habe ich diese Option nicht eher gesehen? Warum bin ich nicht darauf gekommen?

Ich war geblendet von dem, „was man so macht“, von dem, worĂŒber die anderen die ganze Zeit reden. Und auch mein Bruder war ein Jahr in den USA gewesen und schwĂ€rmte mir jedes Mal etwas v0r. Ich hatte ihn an seiner Uni dort drĂŒben besucht und deshalb auch eine konkrete Vorstellung von diesem USA-Ziel gehabt.

Der einzige Nachteil an der St.-Gallen-Variante war eigentlich nur, dass ich dort kein Englisch lernen konnte, denn die Uni liegt im deutschsprachigen Teil der Schweiz. Aber mein Gehirn zeigte sich plötzlich kompromissbereit und flexibel: Ich könnte das Jahr auch dazu nutzen, mein grottiges Schul-Französisch zu verbessern, schließlich ist die Schweiz ja viersprachig.

Ich konnte also ein Jahr dort studieren – klar, mein Traum war es einmal, vier Jahre in St. Gallen zu sein –, doch ĂŒber diesen Weg ließen sich zumindest 25 Prozent des Traums erfĂŒllen.

 

Eine Art Life-Style-Guide fĂŒr Leute, die was wuppen wollen!

Nora Springisfeld, Berlin

 

 

Als das Ziel sich Ànderte, war der Weg plötzlich leicht

Als ich mich auf einmal geistig flexibler zeigte, war es flugs organisiert: St. Gallen hatte ein einfach zugĂ€ngliches Programm fĂŒr Gaststudierende. Die Anreise war easy. Ich musste mich einfach nur ins Auto setzen. Das tat ich, fuhr hin, schrieb mich ein, suchte mir eine Wohnung und brauchte auch kein Stipendium, weil die ganzen Reisekosten und ebenso die StudiengebĂŒhren im Vergleich zur USA-Variante moderat waren.

Da der Unterricht auf Deutsch erfolgte, konnte ich viele Informationen aufnehmen – in den USA hĂ€tte ich nur die HĂ€lfte verstanden. Ich konnte mein Studium relativ gut bewĂ€ltigen und hatte Zeit fĂŒr viele Extras: Ich machte Rhetorik-Kurse, die mir spĂ€ter als Redner einen leichten Start verschafften. Ich verbesserte mein Französisch, hatte viel Zeit fĂŒr Studentenpartys, organisierte Fondue-Abende vor meinem Kamin in meiner Schweizer Altbauwohnung.

Zudem verbrachte ich vier komplette Wochen auf der Skipiste und machte eine Skilehrer-Ausbildung. Dort lernte ich eine nette Juristin aus Graz kennen. Sie war total durchgeknallt. Sie passte also perfekt zu mir und wurde meine erste feste Freundin.

Es war ein Traum. Und eins der besten Jahre meines Lebens!

Eines dieser vielen Extra-Angebote der Uni war ein Zeitmanagement-Seminar. Weil aber dieses Seminar viel zu abstrakt und echt unpassend fĂŒr Studierende war, bekam ich dort die Idee, das erste Zeitmanagement-Konzept speziell fĂŒr Studierende zu entwerfen (was spĂ€ter mein erstes Buch wurde). Der Grundstein zum Autor war gelegt – und damit war der Pfad fĂŒr meine heutige Karriere und fĂŒr mein gesamtes heutiges Einkommen offen.

Mein heutiges Leben wurde geboren, WEIL ich mein erstes Ziel nicht erreicht habe!

WĂ€hrend ich diese letzten SĂ€tze schreibe, stehen mir die TrĂ€nen in den Augen. Mir war bisher selbst nicht klar, welche Bedeutung dieser eine Moment auf dem HĂŒgel im Muttental hatte.

Diese Sackgasse und die ehrliche Frage „Was will ICH wirklich?“, dieser eine Moment des In-sich-Hineinhorchens, dieser eine Moment der inneren Ehrlichkeit hat mein Leben verĂ€ndert!

 

 

 

Aber:

Was ist das wirklich Witzige an der Geschichte?

Die anderen haben auch keinen Plan

Das Jahr in St. Gallen war großartig. Ich hĂ€tte am Ende sogar noch lĂ€nger bleiben können. Aber weil ich in Witten methodisch mehr lernen konnte, bin ich dorthin zurĂŒckgekehrt.

So saß ich in meiner Wittener Wohnung und war in ein Buch vertieft.

Das Telefon klingelte:

„Hi, hier ist Chris 
 Ich wollte mal nachfragen, wie es in St. Gallen fĂŒr dich war 
“

„Moment mal!“, dachte ich mir. Das war doch genau einer der Kollegen, die am dringendsten nach Harvard, Stanford oder in eine andere amerikanische Elite-Uni wollten!

„
 und wie kann ich mich dort bewerben?“

Es war einer dieser RĂ€delsfĂŒhrer und Anstachler, die mich stark beeinflusst hatten, auch „alles“ zu geben und nur die besten Unis anzuschreiben.

„Moment mal, wolltest du nicht in die USA, Chris?“

„Ja, aber St. Gallen hat ja so einen super Ruf. Ich wusste gar nicht, dass man da so einfach reinkommt.“

Chris folgte meinem Beispiel und studierte darauf ein halbes Jahr an der Uni St. Gallen. Zwei weitere Anrufe kamen, denen ich innerlich verblĂŒfft, aber grinsend Auskunft gab. Auch diese beiden landeten in der Schweiz.

Ich merkte plötzlich, dass die alle, so wie ich frĂŒher, keinen Plan hatten, was sie wirklich wollten, und sich auch nur am Geplapper der Menge orientierten.

Mein Solo-Ausbruch aus dem Schema F sprach sich rum – und ĂŒberzeugte. Ich dachte, ich wĂŒrde mich mit diesem „Anti-Karriere-Move“ zum Außenseiter machen – stattdessen wurde ich zum Vorbild.

 

Der Weg ist das Ziel - schöner Motivationsspruch von Konfuzius ĂŒber Leben im Erfolg zur Motivation ein kurzes Zitat und Lebensweisheit - Dr Martin Krengel

 

… und die Moral der Geschichte? 📖

Nach einem großen Ereignis reflektiere ich, was ich gelernt habe. Ich versuche Essenzen zu kredenzen, wichtige Kernpunkte festzuhalten, dich ich auf andere Situationen, Herausforderungen und Prozesse ĂŒbertragen kann.

Voilà, hier sind meine Aha-Effekte:  

  • Ich bereue mein Irren nicht. Ja, der K(r)ampf, unbedingt in den USA studieren zu wollen, war anstrengend. Doch hĂ€tte ich es nicht versucht, hĂ€tte ich nicht gewusst, ob es wirklich so schwierig ist. Und ich hĂ€tte nicht daraus lernen können.
  • Das Aufgeben des Ziels war kein Scheitern, sondern ein Umorientieren. Ich hatte eine echte Einsicht und konnte dadurch anders denken.
  • NatĂŒrlich hilft es, sich umzuschauen und sich Impulse von anderen zu holen. Aber mir war damals nicht klar, dass die anderen auch unsicher waren und gleichfalls nur dem Herdendenken folgten.
  • Gerade das Telefonat mit dem Typen, der mich zu meinem hohen Ziel inspiriert hatte, zeigte mir, dass ich meine Unsicherheit und Orientierungslosigkeit nicht durch den Blick auf andere lösen kann. Ich muss mich als Regisseur meines Lebens sehen, der seine eigenen DrehbĂŒcher schreibt.
  • Ich war ĂŒberrascht, wie schnell sich erste Ideen wie „Ich will in den USA studieren“ massiv verfestigen können und eine starke Eigendynamik entwickeln. Dadurch werden Ziele (zu) fest – wir starren dann nur auf DAS EINE, große, scheinbar doch so erstrebenswerte Ziel. Unser Denken verengt sich, wir verlieren geistige FlexibilitĂ€t. Aus Optionen werden ZwĂ€nge. Wir wollen unbedingt DIESEN Job, Studienplatz, DIESE PrĂŒfung oder diese eine, wahre Frau oder diesen Kerl.
  • „Ja, du kannst auch verlieren!“ Auch wenn dein Lieblings-Motivations-Autor, Redner oder Guru gesagt hat, dass du es sicher schaffen kannst, wenn du nur fest daran glaubst und alles gibst – wir werden alle einige derbe RĂŒckschlĂ€ge und EnttĂ€uschungen im Leben einstecken mĂŒssen. Ich war ein disziplinierter, junger, ehrgeiziger, energiegeladener Mensch, der eigentlich alle Ressourcen hatte. Und dennoch!
  • Die MĂ€r, die uns Selbsthilfe-Gurus erzĂ€hlen, dass wir konkrete, feste, hohe und möglichst klare Ziele brauchen, hilft nur, wenn ich das Ergebnis auch ĂŒberwiegend selbst in der Hand habe. Wenn andere oder der Zufall fĂŒr das Erreichen des Zieles mit verantwortlich sind, kosten zu steife Ziele unnötige Energie, Zeit und Nerven. In diesen FĂ€llen ist es ungĂŒnstig, sich auf ein hohes Ziel oder eine Option zu versteifen, denn die andere Seite muss mich ja auch wollen! Bei begehrten Jobs, Stipendien und StudienplĂ€tzen rangeln sich schließlich noch andere, ebenfalls gute und hoch motivierte Menschen.
  • Wenn du akzeptierst, dass du einige Anstrengungen und Irrwege in Kauf nehmen musst, dann darfst du auch mit ganz ĂŒberraschenden, glĂ€nzenden, erstaunlichen Erlebnissen, Erkenntnissen, Hochzeiten und Wendepunkten in deinem Leben rechnen.

 

 

 

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Kategorie: Allgemein, Brain Productivity
Artikel von
am 05.05.2020

1 Kommentar
Martin Krengel
09.05.2020

Hey, wie findest du die Geschichte? Hast du etwas Ă€hnliches schonmal erlent? Lass es uns wissen – dann können wir alle daraus lernen! Lg, Martin

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